Das Heim wird schneller smart als das Büro (D/ UK)

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Die Digitalisierung zieht bei uns zuhause ein – Leben im Smarthome

Als ich vor ca. 15 Jahren zum ersten Mal in Amsterdam das „Living-Tomorrow“ besucht habe waren verspiegelte Monitore mit Wetterbericht und intelligente Hausgeräte noch nahe an Science Fiction. Das Gebäude war damals von Ben van Berkels Büro, UNstudio Amsterdam, als temporärer Pavillon errichtet worden. Man ging damals davon aus, dass die innovativen Ideen die gezeigt wurden in wenigen Jahren in das tägliche Leben und die Architektur integriert wären. In der Zwischenzeit gibt es das Internet und durch die Nutzung mobiler Devices wie Smartphones und Tablets hat sich unser Leben komplett verändert. Ein neues Gebäude von Livintomorrow gibt es inzwischen auch.

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In den letzten Jahren habe ich selbst erste Erfahrungen mit Smarthome- Anwendungen gemacht. Natürlich mit mehreren, untereinader nicht kompatiblen Systemen für Heizungssteuerung, Lichtsteuerung und Videoüberwachung, Dazu kommen dann eine WLAN Wetterstation und weitere Einzellösungen. Das liegt einfach daran, dass ich sehr früh damit angefangen habe, zu einer Zeit als es noch keinerlei Kooperationen gab. Für jede Anwendung gab es eigenständige Lösungen und Steuerung per App fand ich z.B. nur bei D-Link für WLAN-Kameras. Jetzt wäre es an der Zeit auf ein einziges komplett vernetztes System umzustellen.

 

Der Markt für Smarthome Produkte ist in den letzten Jahren geradezu explodiert und entsprechend unübersichtlich. Die großen Anbieter wie z.B. die Telekom mit „Mangenta SmartHome“, haben nach meiner eigenen Erfahrung ihr Angebot in den letzten 5 Jahren startk erweitert. Das Telekom System ist, wie einige andere Systeme auch, mit einer eigenen App zur ortsunabhängigen Kontrolle und Steuerung mit Smartphone oder Tablet ausgestattet. Die zunehmende Einbindung weiterer Hersteller von Steuerungs- und Überwachungshardware machte neben Updates der App auch eine Umstellung der Homebase-Hardware nötig. Aktuell ist die Haussicherheit inklusive Rolläden- und Heizungssteuerung, sowie Videoüberwachung und Lichtsteuerung im Fokus des Angebotes. Zusätzlich gibt es noch einige kleinere Anwendungen wie Musik- und Hausgeräteeinbindungen. Wenn man sein Haus „smart“ haben möchte bietet es sich also an genau zu überlegen was man alles steuern möchte und welche Systeme kompatibel sind um nicht mehrere unterschiedliche „Fernsteuerungen“ zu benötigen.

 

Das Angebot reicht von einfachen Einzellösungen bis zu großen Open-Source-Systemen die allerdings von Nichtfachleuten kaum zu händeln sind.

 

Groß war dann meine Freude als ich im Januar in Köln auf der imm cologne (Internationale Möbelmesse) war. Hier hatte ich Gelegenheit eine Führung von Christof Flötotto auf der Sonderfläche „Let´s be Smart – future of intelligent homes“ zu erleben. Der Fokus dieser breiten Kooperation von Herstellern, Händlern, Dienstleistern und Verbänden liegt mehr auf dem Nutzen für den Kunden als auf dem technisch Machbaren.

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Und tatsächlich konnte ich hier life erleben wie schon vor der Haustüre die Smart-Technologien den Besucher begrüßten. Die Nutzerfreundlichkeit des gesamten hier gezeigten Smarthomes war nur möglich durch den Einsatzt der System-Integrations-Experten von controLED aus Berlin, wie Tim Skrok erklärte.

 

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Alle Funktionen von der Gebäudesteuerung und Sicherung bis hin zu Lifestyleaplikationen waren über ein zentrales Portal vernetzt. Der User konnte mit einem großen hinter einem Spiegel verborgenen Bildschirm, per App oder im ganzen Haus über Sprachsteuerung Informationen abfragen oder Steuerungen vornehmen. Hierzu wurde beispielsweise das Sonos-Soundsystem über integrierte Mikrofone auch zur „Alexa“-Nutzung eingesetzt. Die Vielfalt der smarten Funktionen war schon eindrucksvoll und ihre detaillierte Beschreibung würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen. Ich möchte aber ein paar Beispiele aufgreifen die von einigen Besuchern im ersten Moment als Spielerei für Technikfans abgetan wurden.

 

Der Mehrwert der Smarttechnologien ist nicht in allen Fällen direkt für jeden Nutzer zu begreifen. Der smarte „Wasserwächter“ von Grohe erkennt ein Leck in der Wasserleitung, das ist ein klarer Sicherheitsvorteil. Die intelligenten Hausgeräte von Miele mit der Möglichkeit der Programmierung und Kontrolle über die Sprachsteuerung sind sehr komfortabel. Was aber soll ein programmierbarer Wasserhahn von Grohe? Auf den ersten Blick Spielerei, aber wenn man nur eine Hand hat oder im Rollstuhl sitzt und den Hahn nur schlecht mit beiden Händen erreichen kann dann ist er eine echte Innovation. Genauso verhält es sich mit vielen anderen Geräten die darauf abziehlen es behinderten oder älteren Menschen leichter zu machen. Es ist ein menschliches Problem wenn alte Leute z.B. den Notrufknopf nicht um den Hals tragen möchten. Sie lehnen das oft ab weil sie ja nicht alt und hilflos seien. Hier helfen kombinierte Systeme aus Hardware und Dienstleistung wie die von Connected Living vorgestellten, in der Wand integrierten Fallsensoren. Diese erkennen wenn eine Person gefallen ist und lassen dann über eine Service-Zentrale anrufen, oder die Mitarbeiter sprechen die Personen direkt über das Sprachsteuerungstool an.

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Im ganzen Haus stehen Systeme für die komfortable Nutzung von Informationen zur Verfügung. In der Küche kann man auch mit schmutzigen Fingern durch eine Projektion direkt auf die Arbeistfläche auf Rezepte zugreifen. Im Wohnzimmer wird das Sofa eingestellt und die gesamte Unterhaltungselektronik inklusive der Raumbeleuchtung über Spracheingabe von Zentral-Rechner gesteuert. Das ist keine Zukunftsaussicht, sondern bereits heute bei vielen Herstellern lieferbar oder wichtiger Bestandteil des Pflichtenheftes bei neuen Produktentwicklungen.

Ich denke die Zukunft  bringt die Integration weiterer Services für Sichertheit, Komfort und Gesundheit unterstützt durch Künstliche Intelligenz. Das weitere Zusammenwachsen von Arbeit und Leben für einen Großteil der sogenannten Wissensarbeiter bis ins hohe Alter wird dazu führen dass Homeoffice, Barrierefreiheit und Mobilitätskonzepte natlos in die Systeme der Arbeitgeber integriert werden. Von den Menschen wird zukünftig noch mehr räumliche und zeitliche Flexibilität erwartet. Grundlage der Machbarkeit ist die Digitalisierung in allen Bereichen des Lebens. Service-Chat-Bots die mit dem Kunden über Augmented-Reality Anwendungen kommunizieren sind bereits in der praktischen Erprobung.

 

ENGLISH VERSION:

 

Digitisation is moving into our home – life in the Smarthome

 

When I first visited the „Living Tomorrow“ in Amsterdam about 15 years ago, mirrored monitors with weather reports and intelligent household appliances were still close to science fiction. The building was built by Ben van Berkel’s office, UNstudio Amsterdam, as a temporary pavilion. At that time it was assumed that the innovative ideas that were shown would be integrated into everyday life and architecture within a few years. Meanwhile, the Internet exists and through the use of mobile devices such as smartphones and tablets, our lives have changed completely. There is also a new Livintomorrow building.

In the last years I have made my first experiences with Smarthome applications. Of course, with several systems for heating control, light control and video surveillance that are not compatible with each other, in addition to a WLAN weather station and other individual solutions. This is simply because I started very early, at a time when there were no cooperations. For each application there were independent solutions and control via app I found, for example, only with D-Link for WLAN cameras. Now it would be time to switch to a single fully networked system.

The market for smarthome products has exploded in recent years and is correspondingly confusing. The big providers such as Telekom with „Mangenta SmartHome“ have, according to my own experience, expanded their offer in the last 5 years startk. Like some other systems, the Telekom system is equipped with its own app for location-independent control and management with a smartphone or tablet. The increasing integration of further manufacturers of control and monitoring hardware made a conversion of the home base hardware necessary in addition to updates of the app. Currently the house security including roller shutter and heating control, as well as video surveillance and light control is in the focus of the offer. In addition, there are some smaller applications such as integration of music and household appliances. If you want to have your house „smart“, it is a good idea to consider exactly what you want to control and which systems are compatible so that you do not need several different „remote controls“.

The offer ranges from simple stand-alone solutions to large open source systems which, however, can hardly be handled by non-specialists.

I was very happy when I attended the imm cologne (International Furniture Fair) in Cologne in January. Here I had the opportunity to experience a guided tour by Christof Flötotto on the special area „Let´s be Smart – future of intelligent homes“. The focus of this broad cooperation between manufacturers, dealers, service providers and associations is more on the benefit for the customer than on what is technically feasible.

And indeed, I was able to experience here live how the smart technologies welcomed the visitor right at the front door. The user-friendliness of the entire Smarthome shown here was only possible by the employment of the system integration experts of controLED from Berlin, as Tim Skrok explained.

All functions from building control and security to lifestyle applications were networked via a central portal. The user could call up information or carry out controls with a large screen hidden behind a mirror, via app or in the whole house via voice control. For this purpose, for example, the Sonos sound system was also used for „Alexa“ use via integrated microphones. The variety of smart functions was impressive and their detailed description would go beyond the scope of this article. But I would like to take up a few examples that were dismissed by some visitors in the first moment as a gimmick for technology fans.

The added value of smart technologies cannot always be understood directly for every user. The smart „water detector“ from Grohe detects a leak in the water pipe, which is a clear safety advantage. The intelligent household appliances from Miele with the possibility of programming and control via voice control are very convenient. But what is a programmable faucet from Grohe? At first glance a gimmick, but if you only have one hand or are in a wheelchair and can only reach the tap with both hands, then it is a real innovation. It is the same with many other devices that aim to make it easier for disabled or elderly people. It is a human problem if old people do not want to wear the emergency button around their necks, for example. They often refuse because they are not old and helpless. Combined systems of hardware and services, such as those presented by Connected Living, integrated into the wall, help here. They recognize when a person has fallen and then call a service center, or the employees address the person directly using the voice control tool.

Systems for the convenient use of information are available throughout the building. In the kitchen, even dirty fingers can directly access the working surface of recipes through a projection. In the living room, the sofa is set and all entertainment electronics, including room lighting, are controlled by voice input from a central computer. This is not a future prospect, but is already available today from many manufacturers or an important part of the specifications for new product developments.

I think the future brings the integration of more services for safety, comfort and health supported by Artificial Intelligence. The further convergence of work and life for the majority of so-called knowledge workers into old age will lead to home office, accessibility and mobility concepts being integrated seamlessly into the systems of employers. People are expected to be even more flexible in terms of space and time in the future. The basis of feasibility is digitization in all areas of life.

Service chat bots communicating with the customer about augmented reality applications are already in practical testing.

 

Joerg Bakschas, 04-2018

 

 

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